Digital Mirror
The Sacred Scroll
A subway carriage becomes a chapel where bowed heads pray to feeds, brands and the promise of endless progress.
A reading translation for meaning and imagery — not a singable adaptation.
Intro
Steps fall heavy down the stair,
hollow echoes, filtered air.
A sign reads “Line Two — Salvation South,”
I taste the city in my mouth.
Doors slide wide, fluorescent bloom,
a thousand screens baptize the gloom.
I take my seat, the rail hums low —
the underground begins to glow.
Verse 1
Doors seal tight, confession time,
each phone sings a sacred rhyme.
Faces bow in pixel light,
thumbs reciting through the night.
A voice inside their heads repeats,
“You need more, upgrade, compete.”
They chant it soft, devout and true —
salvation's just a click or two.
Chorus 1
We still pray, we never quit,
we just changed the name of it.
No more gods, no more sin —
now the holy lives within the screen.
We mock the cross, but bless the feed,
we preach compassion, built on greed.
Our hymns are trends, our saints are brands,
we praise ourselves with folded hands.
Verse 2
There's a mirror in every feed,
a market built on make-believe.
They whisper, “Grow, invest, ascend,”
then sell you purpose on the trend.
A thousand coaches clone your pain,
and trademark hope for private gain.
They call it freedom, call it wealth —
but every prayer begins with self.
Chorus 2
We still pray to who we were,
every doubt's a small detour.
Bless the burn, the brand, the plan —
forgive me, for I am my fan.
Verse 3
At carriage nine a prophet cries,
his flag reflected in his eyes.
He swears his truth can cleanse the land,
his fury glowing in his hand.
The crowd divides — belief, disdain —
two choirs humming the same refrain.
They crown their saints, they damn the rest,
each side convinced their hate is blessed.
Bridge
Then sudden stillness, power gone,
screens go black, the sermon's done.
A cough, a sigh, a blink, a stare —
we meet like people, breathing air.
For one brief breath the spell is thin,
I almost feel the calm again.
Verse 4
The train resumes its steady drone,
each rider kneeling to their phone.
Their eyes are wide, their posture bowed,
each whisper drowned beneath the crowd.
“Keep scrolling — just a little more,”
their glowing gods demand the chore.
Forward, upward — trance and chain,
the faithful stare through endless pain.
Chorus 3
We still pray, we never quit,
we just changed the name of it.
No more gods, no more sin —
now the holy lives within the screen.
We mock the cross, but bless the feed,
we preach compassion, built on greed.
Our hymns are trends, our saints are brands,
we praise ourselves with folded hands.
Chorus Tag
Our hymns are trends, our saints are brands…
we praise ourselves with folded hands.
Outro
Doors slide wide, yet none depart,
the prophet hums, the wheels restart.
I see myself in window's glow,
the same believer I used to know.
Maybe heaven's underground,
it hums, it moves, it circles round.
Maybe grace is just the sign —
Next stop: Progress. End of Line.
Intro
Schwere Schritte fallen die Treppe hinab,
hohle Echos, gefilterte Luft.
Ein Schild sagt: „Linie Zwei — Erlösung Süd“,
ich schmecke die Stadt in meinem Mund.
Türen gleiten auf, Leuchtstofflicht blüht,
tausend Bildschirme taufen die Düsternis.
Ich setze mich, die Schiene summt tief —
der Untergrund beginnt zu glühen.
Strophe 1
Türen schließen fest, Zeit für Beichte,
jedes Telefon singt einen heiligen Reim.
Gesichter neigen sich im Pixellicht,
Daumen rezitieren durch die Nacht.
Eine Stimme in ihren Köpfen wiederholt:
„Du brauchst mehr, rüste auf, konkurriere.“
Sie singen es leise, fromm und wahr —
Erlösung ist nur ein, zwei Klicks entfernt.
Refrain 1
Wir beten noch, wir hören nie auf,
wir haben es nur anders genannt.
Keine Götter mehr, keine Sünde —
das Heilige lebt nun im Bildschirm.
Wir verspotten das Kreuz, doch segnen den Feed,
wir predigen Mitgefühl, erbaut auf Gier.
Unsere Hymnen sind Trends, unsere Heiligen Marken,
mit gefalteten Händen preisen wir uns selbst.
Strophe 2
In jedem Feed ist ein Spiegel,
ein Markt, gebaut auf Schein.
Sie flüstern: „Wachse, investiere, steige auf“,
dann verkaufen sie dir Sinn als Trend.
Tausend Coaches klonen deinen Schmerz
und schützen Hoffnung als Marke für privaten Gewinn.
Sie nennen es Freiheit, nennen es Reichtum —
doch jedes Gebet beginnt beim Selbst.
Refrain 2
Wir beten noch zu dem, der wir waren,
jeder Zweifel ist ein kleiner Umweg.
Segne den Burnout, die Marke, den Plan —
vergib mir, denn ich bin mein eigener Fan.
Strophe 3
In Wagen neun ruft ein Prophet,
seine Fahne spiegelt sich in seinen Augen.
Er schwört, seine Wahrheit könne das Land reinigen,
seine Wut leuchtet in seiner Hand.
Die Menge teilt sich — Glaube, Verachtung —
zwei Chöre summen denselben Refrain.
Sie krönen ihre Heiligen, verdammen den Rest,
jede Seite überzeugt, ihr Hass sei gesegnet.
Bridge
Dann plötzliche Stille, der Strom ist fort,
die Bildschirme werden schwarz, die Predigt endet.
Ein Husten, ein Seufzen, ein Blinzeln, ein Blick —
wir begegnen uns als Menschen, die Luft atmen.
Für einen kurzen Atemzug wird der Zauber dünn,
fast spüre ich die Ruhe wieder.
Strophe 4
Der Zug nimmt sein gleichmäßiges Dröhnen wieder auf,
jeder Fahrgast kniet vor seinem Telefon.
Die Augen weit, die Haltung gebeugt,
jedes Flüstern ertrinkt unter der Menge.
„Scroll weiter — nur ein wenig mehr“,
fordern ihre leuchtenden Götter als Pflicht.
Vorwärts, aufwärts — Trance und Kette,
die Gläubigen starren durch endlosen Schmerz.
Refrain 3
Wir beten noch, wir hören nie auf,
wir haben es nur anders genannt.
Keine Götter mehr, keine Sünde —
das Heilige lebt nun im Bildschirm.
Wir verspotten das Kreuz, doch segnen den Feed,
wir predigen Mitgefühl, erbaut auf Gier.
Unsere Hymnen sind Trends, unsere Heiligen Marken,
mit gefalteten Händen preisen wir uns selbst.
Refrain-Schluss
Unsere Hymnen sind Trends, unsere Heiligen Marken …
mit gefalteten Händen preisen wir uns selbst.
Outro
Türen gleiten auf, doch niemand steigt aus,
der Prophet summt, die Räder setzen sich wieder in Gang.
Im Leuchten des Fensters sehe ich mich,
denselben Gläubigen, den ich einmal kannte.
Vielleicht liegt der Himmel unter der Erde,
er summt, bewegt sich, kreist umher.
Vielleicht ist Gnade nur das Schild:
Nächster Halt: Fortschritt. Endstation.
© Traveler’s Mindset · Lyrics by Thomas Lukaschewski
